Letzter Ausweg Suizid
Sendung zum
Thema Suizid im
Fenster zum Sonntag. |
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Suizid
leitet sich vom lat. Wort «suus» und
«cadere» = sich selber fällen ab.
Das Bild des Baumes, der gefällt wird, drängt sich unweigerlich auf, und gerade dieser Vergleich zwischen Mensch und
Baum hat sehr viel Wahrheitsgehalt. Nun gibt es da einen grossen Unterschied, dass der Baum sich selbst nicht fällen
kann. Er ist auf die Einwirkung anderer angewiesen: Solche, die ihn beschneiden, eventuell begiessen und solche, die
seinem Dasein als Baum ein Ende bereiten.
Der Mensch lebt aber in einer immerwährenden
«Entscheidungsfreiheit». Diese Entscheidungsfreiheit beinhaltet sogar die Möglichkeit, sich für eine
frühzeitige Beendigung des eigenen Lebens selbst aktiv einzusetzen.
Die meisten Suizidhandlungen geschehen wohl als sogenannte
«Kurzschlusshandlungen». Akute Überforderungssituationen in ausweglos scheinender Lebenslage, oft verbunden
mit schweren Depressionen, Schizophrenie, Alkoholmissbrauch oder Drogensucht, lassen beispielsweise solche Kurzschlusshandlungen
entstehen. Kurzschlusshandlungen sind meist als überdominante seelische Reaktionen zu verstehen, bei denen der
normale Intellekt seinen Bremseffekt im Sinne des Überlebenswillens verloren hat.
Oft wird der Suizid als sogenannte «Endlösung»
gewählt, vor allem dann, wenn der Mensch sich als Last für andere empfindet, die nicht mehr tragbar und zumutbar
erscheint. Hinter vielen Suizidhandlungen stehen schwere Kommunikationsstörungen im zwischenmenschlichen
Bereich, die den Menschen gleichsam in eine Sackgasse, in die Situation einer Endstation hineinführen.
Die Situation von Endlösung, Endstation ist jedoch oft verbunden mit
einer bewussten Abrechnung mit sich selbst und mit der Umwelt, die einfach nicht begreifen will, in welch
schlimmer Situation der Gequälte sich befindet. Solche Abrechnungen gleichen oft Trotzreaktionen und weisen
appellativen Charakter auf. Sie können so auch infantile (kindliche) Charakterzüge enthalten.
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