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    KURZGESCHICHTE
    Donnerstag 23.10.2014
    FREI SEIN ? !

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    Man hat mir gesagt, dass ich schon als Kind nicht sehr viel Spaß am Leben hatte. Anscheinend war ich sehr ruhig, hatte viel zu viel Angst vor Menschen. Aber ehrlich gesagt empfinde ich das ganz und gar nicht Blütenblatt mit Regentropfenso. Das war die glücklichste Zeit meines Lebens... eigentlich... bis zu dem Zeitpunkt, als ich ins Gymnasium gekommen bin. Es war eine völlig neue Erfahrung, und es war so weit weg von zu Hause. Ich hatte immer Angst den Bus zu verpassen. Er fuhr nämlich nur einer am Nachmittag.

    Aber wäre es nur das gewesen...im Bus fuhren auch einige aus meiner Schule mit. Ich weiß nicht warum, aber einer davon hasste mich schon seit dem Kindergarten. Und genau dieser fing an mich zu belästigen. Natürlich machte alle anderen mit. Sie beschimpften mich, sie schlugen mich und irgendwann hatte ich solche große Angst in den Bus zu steigen, dass ich absichtlich ständig den Bus verpasste.
    Meine Mutter hat sich ständig aufgeregt und mich geschimpft, aber ich konnte ihr einfach nicht sagen, was im Bus los war. Ich hatte nie ein gutes Vehrältnis mit meiner Mutter, warum weiß ich nicht.
    Das ging ein, zwei Jahre so weiter, so dass ich mich immer mehr zurückzog von der Welt. Auch von meiner Familie. Ich zog mich nur noch schwarz an, rauchte bis zum Umfallen und trank sehr viel. Manchmal auch unter der Woche, wenn ich am nächsten Tag zur Schule musste.
    Aber das alles half nichts. Nein, es wurde sogar noch schlimmer. Diese Clique war ja in meinem Dorf. Und kaum war ich aus meinem Haus, standen sie vor mir, und schrien mir Sachen zu, die ich bis heute nicht aussprechen kann.

    Es war eine Hetzjagd auf mich ausgesetzt. Jeder Jugendliche im Dorf wollte mich zum Weinen bringen.
    Es kam sogar so weit, dass man mir gesagt hat, dass ich bald sterben oder vergewaltigt werde...Ich hatte so große Angst! Irgendwann hielt ich diesen Druck nicht mehr aus und versuchte mich mit Tabletten umzubringen. Leider - oder Gott sei Dank - kam meine Mutter nach ungefähr fünf Minuten und entdeckte mich mit den restlichen Tabletten in der Hand. Ich war, glaub ich, 13 Jahre oder so. Seltsamerweise schickte sie mich nicht zum Psychiater oder wenigstens zum Hausarzt. Sie gab mir nur ein Glas Salzwasser, damit ich alles brechen konnte.

    Danach ging alles so weiter wie früher. Ich verfiel in starke Depressionen, Selbstmordgedanken waren an der Tagesordnung. Ich ertränkte aber alles in Alkohol.
    Ich saß oft am PC. - was sollte ich denn anderes machen? - Ich entdeckte eine Seite über Selbstverletzendes Verhalten. Zuerst dachte ich mir, was für einen Quatsch sich selbst zu verletzen.
    Aber als ich es verzweifelt einmal tat, tat es so gut. So sehr, dass ich es täglich machte. Je tiefer, desto besser. Und es jedesmal sagte ich mir: " Das ist für euch, dafür, dass ihr mir das Leben zur Hölle macht!" Es klingt paradox, aber ich tat es wirklich nur für sie. Ich lebte ziemlich lang so in der Depression. Meine Arme wurden immer mehr geritzt und glaubte an nichts mehr, als daran, dass ich bald sterben wollte.

    AberSchmetterling Tagpfauenauge dann entdeckte meine Mutter, was ich machte. Sie weinte sehr viel, und fragte mich immer nur warum, warum ich das mache. Schließlich erzählte ich ihr alles.
    Und erst jetzt schickte sie mich zum Psychiater. Ich bekam eine Therapie und eine hohe Dosis Antidepressiva, die ich heute noch nehme. Dann aber lernte ich Christian kennen, meinen ersten Freund. Ich war so glücklich, aber ich fragte mich ständig, warum er mich, die, die irgendetwas an sich haben muss, dass schrecklich sein muss, lieben kann. Schließlich würden meine "Feinde" mich nicht umsonst so niederdrücken.
    Aber er hat mir gezeigt, dass ich doch sehr liebenswert sei.
    Es war, glaub ich, die glücklichste Zeit. Mir machte kaum noch die Sprüche der anderen etwas aus. Es war alles ok. Eine Zeitlang hörte ich sogar mit dem Ritzen auf!
    Aber nach einem Jahr war es aus. Er habe selbst auch viele Probleme, um sich meiner noch zu widmen, hat er gesagt. Ich war so bestürzt.
    Plötzlich aus allen Wolken gerissen, war ich wieder alleine. Vollkommen alleine.
    Das hielt ich nicht aus. Ich versuchte wieder mich umzubringen. Diesmal war meine Mutter nicht zu Hause. Aber mein Bruder fand mich nach einer Weile und informierte den Krankenwagen. Ich kam auf die Intensivstation und musste dort bleiben. Es war so schrecklich, ich hatte das Gefühl, jeder sieht in meine Akte und denkt: "Ach, die Verrückte" so haben sie mich auch behandelt. Als ich raus durfte, wollten die mich ins Bezirksklinikum schicken. Aber ich hab mich mit Händen und Füßen gewehrt dahin zu müssen. Gott sei Dank durfte ich da bald wieder raus.

    Heute bin ich 16 Jahre alt. Ich hab mittlerweile gelernt, meinen "Feinden" aus dem Weg zu gehen, so treff ich sie nicht mehr so oft. Das hilft mir sehr. Trotz allem wird es noch lange dauern, bis ich alles überwunden habe.
    Meine Therapeutin sagt, dass es nicht meine Schuld sei, dass alles so gelaufen ist, und darauf beruht nun mein ganzes Leben
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