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Rumänische Literatur
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GESCHICHTEN
KURZGESCHICHTE
Mittwoch 30.7.2014
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Rumänische Literatur: Der geschriebenen rumänische Literatur ging eine umfangreiche Volksdichtung mit einer Vielfalt von Gattungen voraus; Die Liebes- und Klagelyrik, v.a. die Doina sowie die epische Ballade (Miorita), in der Motive aus dem Hirtenleben oder der Geschichte verarbeitet sind, gehört zu ihren bedeutendsten Erscheinungen. Reich entwickelt waren ferner die satirische religiöse und magische Dichtung sowie das Märchen. In dieser lebendigen Tradition blieb die gesamte rumänische Literatur bis in die Gegenwart verwurzelt. Zwei Hauptperioden lassen sich in der Entwicklung der rumänischen Literatur unterscheiden: Während die ältere Periode eine enge Verbundenheit mit der byzantinischen, südslawischen und polnischen Kulturwelt zeigt, vollzieht die moderne, die mit der Einigung der Fürstentümer Moldau und Walachei (1859) begann, die entschiedene Hinwendung zum Westen, v.a. zur französischen Kultur. Die Loslösung vom Osten erfolgte in einer übergangszeit, etwa von 1'800 an, gefördert durch die nähere Berührung mit der neugriechischen und der italienischen Literatur.

16. bis 18. Jahrhundert: Das eigentliche Schriftum setzte im 16.Jh. ein: Das älteste rumänische Schriftstück, ein Brief des Bojaren NEACSU, stammt aus dem Jahr 1521. Dem wachsenden Bestreben nach dem Gebrauch der Volkssprache wirkte jedoch die alte Vorherrschaft des Slawischen in Kirche und Verwaltung entgegen. Die sozialpolitischen Veränderungen (die Förderung des Kleinadels durch die Zentralmacht, das Wachstum der Stadtbevölkerung u.a.) in Verbindung mit konfessionellen Impulsen, v.a. dem von Siebenbürgen ausgehenden Einfluß der lutheranischen Reformbewegung, trugen zur Entstehung der ersten anspruchsvolleren Schriften in rumänischer Sprache bei. Es waren Übersetzungen kirchlicher Texte, drei Psalter und eine Apostelgeschichte. Die Einrichtung von Druckereien in Siebenbürgen und in den Fürstentümern gab der Übersetzertätigkeit neuen Aufschwung. In seiner Kronstädter Werkstatt druckte D. CORESI u.a. den lutherischen Katechismus und die vier Evangelien. Für die Ausbildung der rumänischen Literatursprache war v.a. die erste vollständige, im Auftrag des Fürsten SERBAN CANTACUZINO (1678-88) verfaßte Bibelübersetzung (Bukarest 1688) bedeutsam.

Eine weite Verbreitung fanden in dieser Zeit die Volksbücher, die verschiedenartige, z.T. auch im Westen geläufige, über byzantinische und slawische Vermittlung in den rumänischen Sprachraum gelangte Stoffe behandelten. Das beliebteste unter ihnen war die Alexandererzählung "Alexandria". Die späte Blüte, die Geschichten wie "Sindbad der Seefahrer", "Tausendundeine Nacht", "Barlaam und Josaphat" usw., alle Arten von Traum- und Weissagungsbüchern, astrologische Schriften u.a. bei den Rumänen erlebten, wird als eine Verlängerung des westeuropäischen Mitelalters angesehen.

Im Lauf des 17. und 18.Jh. drang die rumänische Sprache in alle Zweige der Literatur vor. Literarischen Charakter im eigentlichen Sinn weisen allerdings nur wenige Werke, z.B. die Predigten (1643) von VARLAAM (*um 1590, t1657) und die Verspsalmen des Metropoliten DOSOFTEI (*1624, t1693) von 1673, auf. Den Höhepunkt der altrumänischen Literatur bilden aber die unter dem Einfluß des polnischen Humanismus entstandenen Schriften der moldauischen Chronisten G. URECHE, M. COSTIN und I. NECULCE. In Muntenien entfaltete sich, ebenfalls im 17. Jh., eine form- und stilbewußte Historiographie. Als ihr Hauptvertreter gilt CONSTANTIN CANTACUZINO (*um 1640, t1716). Dem westlichen Geist seiner Zeit ebenbürtig war der moldauische Fürst D. CANTEMIR, der lange Zeit in Konstantinopel lebte, später jedoch - nach einer kurzen und unglücklichen Herrschaft in der Moldau - in Rußland als Freund und Berater PETERS I., D. GR., Asyl fand. Der vielseitige Gelehrte CANTEMIR benutzte zwar das Rumänische nur unregelmäßig, aber seine in dieser Sprache verfaßten Werke, v.a. die als Tierfabel verschlüsselte politische Streitschrift "Istoria ieroglifica" (1705), nehmen dennoch eine einzigartige Stellung ein. Das in der Geschichtsschreibung bereits zutage tretende National und Latinitätsbewußtsein bildete in der 2.Hälfte des 18. und zu Beginn des 19.Jh. die Grundlage für die historischen und philologischen Arbeiten der Siebenbürgischen Schule mit dem Zentrum in Blaj. Die Einführung des lateinischen Alphabets anstelle des kyrillischen blieb eine ihrer unumstrittenen Leistungen. Als einziger unter den Siebenbürger Gelehrten dieser Zeit schuf I. BUDAIDELEANU auch ein bedeutsames Dichtwerk, das kom. Epos aus dem Zigeunerleben "Tiganiada"(hg. 1875- 77).

Neue Ideen verbreiteten sich auch jenseits der Karpaten, wo sich die sonst wenig populären Phanarioten als Vermittler erwiesen. Waren anfangs die griechische und italienische Literatur maßgebend, so zeichnete sich bald eine deutliche Orientierung an Frankreich ab. Neben der klassischen Literatur drangen jetzt, z.T. durch französische Flüchtlinge begünstigt, die Gedanken der Aufklärung und der Revolution in die Fürstentümer vor.

19. Jahrhundert: Als eine Zeit des beschleunigten geistigen Wandels erscheint die meist als Prämoderne bezeichnete Periode von 1800 bis 1830. Dem durch den Volksaufstand von 1821 und die Freiheitsbewegungen auf dem Balkan stimulierten Erneuerungsbedürfnis breiterer Bürgerschichten kam eine Flut von übersetzungen, v.a. aus dem Französischen, entgegen. Die bedeutenden Schriftstellerpersönlichkeiten dieser Zeit (u.a. GHEORGHE ASACHI, * 1788, t1869, und I. HEUAOE-RAOULESCU) zeichneten sich in hohem Maß als Organisatoren (als Gründer der ersten rumänischen Zeitschriften, Publizisten, Theaterleiter und Verfasser zahlreicher Übersetzungen und Imitationen) aus. In der Literatur überschnitten sich die Wirkungen verschiedener westlicher Strömungen wie Klassizismus, Aufklärung, Romantik. War die Lyrik bislang v.a. durch Dichter aus der Familie Vacarescu, u.a. IANCU VACARESCU (* 1792, t1863), der als "Vater der rumänischen Poesie" gilt, und COSTACHE CONACHI (* 1778, t1849) vertreten und z.T. dem anakreont. Modell verpflichtet, so brachte nach 1830 eine junge Dichtergeneration (u.a. G. ALEXANDRESCU, D. BOUNTINEANU) neue Themen, Motive und Stimmungen in die rumänische Poesie ein, die an Vorbilder wie Lord BYRON, A. DE LAMARTINE, V. HUGO erinnern. In der Romantik liegt auch der Traditionalismus des Historikers, Politikers und Schriftstellers M. KOGAlNICEANU begründet. Im Umfeld der von ihm herausgegebenen einflußreichen Zeitschrift "Dacia literara", die die Besinnung auf die Werte der eigenen Geschichte und die Annäherung an die Volksdichtung propagierte, wirkten u.a. der Prosaist ALECU RUSSO (* 1819, t 859) und C. NEGRUZZI, der Begründer der modernen rumänischen Novellistik. Aus der Liebe zur Vergangenheit nährte sich das Interesse der jungen Schriftsteller für die Gegenwart; dieses steigerte sich bei den "Achtundvierzigern" (Pasoptisti) zu brennendem Patriotismus und revolutionärem Enthusiasmus (N. BALCESCU). Führende Persönlichkeit der Zeit nach 1850 wurde V. ALECSANORI, Verfasser von formvollendeten Gedichten, erfolgreichen Gesellschaftskomödien und rhetorisch wirksamen Versen nationalpatriotischer Inspiration.

Die stärkste bestimmende Kraft im rumänischen Geistesleben des späten 19.Jh. bildete die 1863 gegründete literar. Gesellschaft Junimea. Ihre Mitglieder waren junge, im Ausland gebildete, meistens germanophile Intellektuelle, die für eine qualitative Erneuerung der rumänischen Kultur eintraten. Ihr führender Vertreter, T. L. MAIORESCU, der als Begründer der modernen, ästhetisch fundierten rumänischen Literaturkritik gilt, wurde zum Mentor des literarischen Lebens. Zum weiten Kreis der Junimea-Freunde gehörten zeitweise die bedeutendsten Schriftsteller der Zeit: neben M. EMINESCU der Dramatiker und Novellist I. L. CARAGIALE, der Erzähler I. CREANGA und der Novellist I. SLAVICI, ferner der Gelehrte und Prosaist A. ODOBESCU sowie der Romanschriftsteller D. ZAMFIRESCU. Diesen Persönlichkeiten, unter denen EMINESCU zweifellos die überragende war, verdankt die rumänische Moderne ihren ersten Höhepunkt. Obwohl gefühlsmäßig der Vergangenheit, eigtlich einem mythischen Mittelalter zugewandt, war EMINESCU, wie seine vielseitigen Interessen aufliterarischem, sprachlichem, wissenschaftlichem und politischen Gebiet bezeugen, ein Kind seiner Zeit. Von der Philosophie I. KANTS und v.a. A. SCHOPENHAUERS beeinflußt, brachte er eine pessimistische Weltanschauung in die rumänische Literatur ein. Sein Geniekult, seine Naturliebe sowie u.a. seine großartigen Phantasieentwürfe lassen seine Verwandtschaft mit der deutschen Romantik erkennen. Wesentliche Impulse verdankte er aber auch der rumänischen Volksdichtung. Den epigonalen Tendenzen, die sich in der Nachfolge EMINESCUS abzeichneten, widersetzte sich ganz bewußt A. MACEOONSKI, der in Paris, unter den Parnassiens und den Dichtern des Symbolismus seine Meister suchte. MACEOONSKI galt auch als Gegner der Junimea, die im Herausgeber der Zeitschrift "Contemporanul", dem Literaturtheoretiker und militanten Sozialisten C. DOBROGEANU-GHEREA, bereits einen starken Kontrahenten gefunden hatte. Ein Gegengewicht zu MAIORESCUS Zeitschrift "Convorbiri literare" schuf außerdem der Bukarester Historiker und Linguist B. P. HASDEU, der auch als Belletristikautor hervortrat, durch eigene Zeitschriften.

20. Jahrhundert: Zu Beginn des 20.Jh. traten die um die Zeitschriften "Samanatorul" (hg. von N. IORGA) und "Viata româneasca" (hg. von G. IBRAILEANU) gruppierten Schriftsteller für eine nationalspezifische, vorwiegend dem bäuerlichen Leben zugewandte Literatur ein. Der lebensfrohe, bei einer breiten Leserschaft beliebte G. COSBUC und A. VLAHUTA waren für die Richtung von "Samanatorul" tonangebend: Um sie sammelte sich bald eine Reihe von begabten Schriftstellern, u.a. die Lyriker STEFAN OCTAVIAN IOSIF (* 1875, t 913) und O. GOGA sowie ION ALEXANDRU BRATESCU-VOINESTI (* 1868, t1946), ein Meister der Kurzgeschichte; der prominenteste unter ihnen war M. SADOVEANU. Als "Poporanismus" bezeichnete sich die vom Literaturhistoriker und -kritiker G. IBRAILEANU ins Leben gerufene Bewegung, der u.a. die sozialkritischen, antisentimentalen und antiidyllischen Prosawerke eines G. GALACTION oder I. AGARBICEANU entsprachen. Im Gegensatz zur bodenständigen Dichtung entwickelte sich der Symbolismus, der von dem Literaturhistoriker und Linguisten O. DENSUSIANU gefördert wurde und Werke wie die von I. MINULESCU und G. BACOVIA hervorbrachte, die zum wertvollsten Bestand der rumänischen Moderne gehören. Aus dieser Bewegung, zu der zahlreiche andere Autoren wie STEFAN PETICA (* 1877, t1904), D. ANGHEL u.a. gehörten, gingen auch der spätere Mitbegründer des Dadaismus, T. TZARA, sowie der führende rumänische Avantgardist der 1920er Jahre, I. VINEA, hervor.

Die Gegensätzlichkeit einer traditionalistischen und einer fortschrittlichen Grundhaltung lebte nach 1920 bis zum Zweiten Weltkrieg weiter in der Auseinandersetzung zwischen den Schriftstellern der Zeitschrift "Gindirea" (ihr Wortführer war NICHIFOR CRAINIC, * 1889, t1972, dem die betont orthodoxe, zunehmend konservative und schließlich reaktionär-faschist. Ausrichtung der Zeitschrift zuzuschreiben ist) und den vorwiegend in der französischen Kultur verwurzelten, das Modernitätspostulat bejahenden Autoren E. LOVINESCU, CAMIL PETRESCU, VLAOIMIR STREINU (* 1902, t1970), SERBAN CIOCULESCU (* 1902, t1988) u.a. Der Reichtum der Themen und Stilrichtungen sowie die ungewöhnlich hohe Zahl der Persönlichkeiten, die sie vertraten, zeichnen die Periode zwischen den beiden Weltkriegen als Blütezeit der rumänischen Literatur aus. Im Bereich der Prosa wirkten u.a., neben dem bereits berühmten SADOVEANU, L. REBREANU, HORTENSIA PAPADAT-BENGESCU, CAMIL und CEZAR PETRESCU, ANTON HOLBAN (* 1902, t1937), GIB. I. MIHAESCU (* 1894, t1935) sowie der verspätete Decadent M. I. CARAGIAlE, ferner der im Ausland berühmt gewordene P. ISTRATI. Entdeckt wurde jetzt auch die Antiprosa des unbekannt verstorbenen URMUZ. Die Lyrik erreichte durch T. ARGHEZI, L. BLAGA, I. BARBU einen neuen Höhepunkt; bedeutend waren auch I. PILLAT, A. MANIU, DAN BOTTA (* 1907, t1958). Eine Vielzahl von mehr oder weniger kurzlebigen, aber fruchtbaren Avantgardegruppen - sie nannten sich "Konstruktivisten", "Integralisten", "Surrealisten" usw. - entstand. Aus ihren Reihen kamen ILARIE VORONCA (* 1903, t1946), G. BOGZA, STEPHAN ROLL (* 1903, t1974), GHERASIM LUCA (* 1913) u.a. In den 1930er Jahren trat eine selbstbewußte "junge Generation" in Erscheinung. Sie hatte in M. EUAOE, E. IONESCU (frz. EUGENE IONESCO) und E. CIORAN, die bald das Land endgültig verlassen und im Westen zu internationalem Ruhm gelangen sollten, sowie in dem Philosophen CONSTANTIN NOICA (* 1909, t1987) und dem Kunstkritiker PETRU COMARNESCU (* 1905, t1970) ihre glänzendsten Vertreter. Im Bereich der philosophischen Prosa ragten die Werke BLAGAS heraus, der Historiker N. IORGA entfaltete seinerseits eine gigantische Schaffenskraft; durch G. CALINESCU, T. VIANU, MIHAI RALEA (* 1896, t 964), POMPILIU CONSTANTINESCU (* 1901, t1946) u.a. (neben den bereits erwähnten Kritikerpersönlichkeiten) erlebten auch Literaturgeschichte und Literaturkritik ihr "Goldenes Zeitalter".

Der Zweite Weltkrieg und die Ausrufung der Volksrepublik (1947) waren für die rumänischen Literatur ein folgenschwerer Einschnitt. Nur ausnahmsweise und meistens um den Preis beträchtlicher Kompromisse konnten die älteren Schriftsteller (SADOVEANU, ARGHEZI, Z. STANCU u.a.) ihre Tätigkeit fortsetzen. Bis etwa 1964 stand die Literatur im Zeichen des sozialistischen Realismus, der allen modernistischen Bestrebungen ein Ende bereitete. Bedeutende Werke schufen, den formalthematischen Zwängen zum Trotz, CAMIL PETRESCU, CALINESCU, M. PREDA, P. DUMITRIU. Auf die vorübergehende Liberalisierung des Geisteslebens Mitte der 60er Jahre, die v.a. in der Lyrik zu einem Wiederanknüpfen an die Traditionen der Zwischenkriegszeit führte, folgte ein neuer Aufschwung sowohl der Dichtung (A. S. DOINAS, M. SORESCU, N. STANESCU, ANA BLANDIANA, * 1942, u.a.) wie auch des Romans (N. BREBAN, FANUS NEAGU, * 1932; ALEXANDRU IVASIUC, * 1933, t1977), der Novelle (S. BANULESCU, A. E. BACONSKY, NICOLAE VELEA, * 1936) und der Kritik (OVID S. CROHMALNICEANU, * 1921; DUMITRIU MICU, * 1928; NICOLAE MANOLESCU, * 1939; ION NEGOITESCU, * 1921, u.a.). Kennzeichnend für die junge Literatur waren die Abkehr vom Politischen, die Phantastik und die ästhetisierende Erprobung neuer Formen und Stile (L. DIMOV, DUMITRIU TEPENEAG, * 1937; DUMITRIU RADU POPESCU, * 1935). In den 70er Jahren zeichnete sich jedoch bereits eine neue Verhärtung des kulturpolitischen Kurses ab, die bald zur brutalen Repression aller nichtdiktaturkonformen äußerungsversuche führte. Zahlreiche Schriftsteller mußten das Land verlassen (P. GOMA, TEPENEAG, NEGOITESCU u.a.). Der allgemein lähmenden Hoffnungslosigkeit wirkten u.a. Autoren wie CONSTANTIN TOIU (* 1923), AUGUSTIN BUZURA (* 1938), SORIN TITEL (* 1935, t 1985), GEORGE BALAITA (* 1935) in der Prosa und ILEANA MALANCIOIU (* 1940), MIRCEA DINESCU (* 1950) in der Poesie entgegen. Beim Sturz des Diktators N. CEAUSESCU (Dez. 1989) waren viele Schriftsteller politisch aktiv; das politische Engagement bleibt ein Hauptmerkmal des gegenwärtigen Literaturlebens in Rumänien. Die neu gewonnene Publikationsfreiheit wird v.a. dazu benutzt, die erschütternden Zeugnisse der kommunistischen Gewaltherrschaft (an erster Stelle Berichte, Tagebücher, Erinnerungen aus dem Gefängnis, z.B. von C. NOICA und NICOLAE STEINHARDT, * 1912, t 985) sowie die unveröffentlicht gebliebenen Werke regimekritischer Autoren (BLAGA) zu veröffentlichen. Vorrangig sind ferner die Mühe um die Wiederherstellung der geistig-Iiterarischen Kontinuität durch die Rehabilitierung von Persönlichkeiten, die den kommunistischen Ideologiezensoren zum Opfer gefallen waren (NAE IONESCU, * 1890, t 1940; MIRCEA VVLCANESCU, * 1904, t1952), sowie das Bestreben, die im Exil entstandene Literatur rumänischer Schriftsteller, sowohl der älteren (ELIADE, CIORAN, DUMITRIU) als auch der jüngeren (GOMA, TEPENEAG), zu reintegrieren.

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