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Die Gefühle des Kindes
MISSBRAUCH:
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GESCHICHTEN
KURZGESCHICHTE
Montag 28.7.2014
FREI SEIN ? !


Unser kleines Geheimnis...

Der Täter gestaltet den Übergang von Zärtlichkeiten, die das Kind mag, zum Missbrauch oft fliessend. Die Mädchen und Jungen spüren, dass etwas nicht stimmt, sind verwirrt und bestürzt, glauben aber, sich geirrt zu haben, hoffen, dieses seltsame Verhalten des Erwachsenen hört bald auf. Meist wagen sie nicht, sich zu wehren, weil sie vielleicht den Täter lieben, weil sie ihm vertrauen, weil sie gelernt haben, zu gehorchen. Aber jedes Kind sendet in dieser Situation Signale des Unwillens und der Abwehr aus.
Geht der sexuelle Missbrauch weiter, nehmen Angst und Widerwillen zu. Der Täter redet dem Kind Schuldgefühle ein. Er sagt vielleicht: "Du willst das doch auch! Du hast dich nicht gewehrt!" Viele Mädchen und Jungen haben gelernt, dass Erwachsene immer recht haben, und so suchen sie die Schuld bei sich: "Was habe ich falsch gemacht, dass er sowas mit mir macht?"
Die Mädchen und Jungen schämen sich, weil sie glauben, schmutzig zu sein. Auch dieses Gefühl erzeugt der Täter. Mit der Zeit verlieren die Kinder das Vertrauen in andere Menschen, sie sind immer auf der Hut, immer misstrauisch. Aber sie verlieren auch das Vertrauen in sich selbst, denn sie zweifeln oft an ihrer eigenen Wahrnehmung. Der Täter sagt: "Das ist schön, was wir machen." Das Kind fühlt:" Es ist eklig und tut weh." Da das Kind abhängig ist vom Erwachsenen, ist es gezwungen, ihm zu glauben und denkt: "Er hat recht und ich spinne."
Oft sind betroffene Mädchen und Jungen ganz hin- und hergerissen in ihren Gefühlen. Sie bekommen vom Täter auch Aufmerksamkeit, er unternimmt viel mit ihnen, macht Geschenke oder widmet ihnen Zeit. Sie mögen es, verwöhnt zu werden und verabscheuen gleichzeitig die sexuellen Übergriffe, glauben aber, damit für die Zuwendung "bezahlen" zu müssen.
Das Mädchen oder der Junge lebt in ständiger Angst und Unsicherheit, fühlt sich hilflos und ohnmächtig den entsetzlichen Übergriffen ausgeliefert und glaubt noch, selbst dran schuld zu sein. In dieser Situation versucht der Täter, das Kind mit allen Mitteln zu hindern, sich jemanden anzuvertrauen.

Er erpresst mit Liebe und Zuneigung:
"Du hast mich doch lieb. Wenn du was sagst, werde ich krank, ... bin ganz traurig, komme ich ins Gefängnis."
Er entfremdet das Mädchen oder den Jungen von seinen engsten Vertrauenspersonen:
"Wenn du was sagst, hat der Papa dich nicht mehr lieb, ... kommst du ins Heim, ... stirbt die Mama vor Kummer."
Er macht noch mehr Schuldgefühle:
"Wenn du was sagst, denken alle schlecht von dir, niemand will mit dir etwas zu tun haben. Alle werden denken, du lügst."
Er bedroht:
"Wenn du was sagst, schlag ich dich tot."
Er macht Angst:
"Wenn du was sagst, bring ich dein Meerschweinchen um."

Der Zwang, das schreckliche Geheimnis zu wahren, belastet betroffene Kinder in höchstem Mass. Wenn hinzukommt, dass im Umfeld der Mädchen und Jungen, z.B. im Kindergarten, in der Schule oder in der Familie nicht angemessen über Sexualität, Gewalt oder gar sexuelle Gewalt gesprochen wird, glauben viele betroffene Mädchen und Jungen, sie seien die einzigen, denen sexuelle Gewalt widerfährt. Sie fühlen sich einsam und allein, von aller Welt im Stich gelassen. Und wenn sie trotz allem den Mut aufbringen, etwas zu sagen oder anzudeuten, wird ihnen oft nicht geglaubt.
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  • Psychisches Trauma
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