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 Kurzgeschichte  von  Sonntag 23.11.2014 
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Was ist Sterben?

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Sonntag 23.11.2014Archiv

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Axel Kühner
Überlebensgeschichten für jeden Tag

«Was ist Sterben?» fragte eine krebskranke Frau ihre Ärztin. Sie antwortete mit einem Bild: «Denken wir an ein Hühnerei, in dem ein kleines Küken fröhlich heranwächst. Es ist darin geborgen und sicher. Das Küken fühlt sich wohl und hat alles, was es zum Leben braucht. Wenn es dann ausgewachsen ist, bekommt es plötzlich Angst. Der Raum wird eng, der Blutdruck steigt, Atemnot setzt ein.

Die Raumverdrängung reicht nicht aus, die Eihülle zu sprengen. Das Küken mag angstvoll denken: «Was wird aus mir? Ich muss sterben!» Das Küken hat Augen und kann nicht sehen. Es hat einen Schnabel und kann nicht fressen. Es hat Flügel und kann nicht fliegen. So denkt es verzweifelt, sein Leben sei nun vorüber und alles aus, sinnlos und vorbei. Da wächst ihm auf dem Schnäbelchen eine kleine Säge, die nur dafür bestimmt ist, die Eischale aufzubrechen. Das Küken benutzt die Säge. Die Eihülle zerbricht, das Küken wird frei und beginnt nun eine neue Stufe des Lebens.»
   So ist es auch mit unserem Leben. Wir brauchen uns nicht zu fürchten, wenn die Schale der Geborgenheit und Enge zerbricht. Mit Jesus gehen wir in eine neue Stufe des Lebens. Wir wissen jetzt noch nicht, wie es sein wird. Wir spüren die Enge des Todes und fürchten, dass alles aus und vorbei sein könnte. Da kann uns eine kleine Säge zuwachsen, das ist der Glaube an Jesus, der dem Tode die Macht genommen und das ewige Leben für uns aufgeschlossen hat. Mit diesem Glauben werden wir die Grenze durchbrechen und in ein neues Leben gehen können. Auf uns wartet im Glauben nicht die Enge des Todes, sondern die Freiheit des Lebens.

«Endlich frei, endlich frei, ich danke Gott, ich bin endlich frei - endlich frei!»

(Diese Worte bestimmte Dr. Martin Luther King für seinen Grabstein.)




Quelle: Axel Kühner, Überlebensgeschichten für jeden Tag, Aussaat Verlag
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