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Plötzlich vor dem Nichts
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seneca



Anmeldungsdatum: 05.11.2008
Beiträge: 163
Wohnort: Ba Wü

BeitragVerfasst am: Mo 10.Nov.2008 12:19    Titel: Plötzlich vor dem Nichts Antworten mit Zitat

Hallo, nach fast einem Jahr habe ich mich nun getraut endlich über ein Forum mit jemanden zu reden. Tagebuch schreiben allein hilft nicht mehr. Warum steht man so plötzlich vor dem Nichts? Alles hat sich verändert. Mein altes Leben, das ich geglaubt habe zu leben ist nicht mehr da. Alles was in Erinnerung war, Kindheit, Familie ist entweder weg oder noch massiver geworden, weil ich erkennen muß, dass außer einer "blöden" Kindheit wie ich dachte, noch mehr war. Jetzt ist alles aus. Habe scheinbar alles verloren. Geht Euch das auch so? Das ein Leben nicht mehr das eigene ist. Das man erkennen muß, dass viel zu viel von anderen genommen wurde? Es war scheinbar vor Ewigkeiten. Aber jetzt stehe ich mit Bilder und Ängsten da und bin mit 43 Jahren so unsicher und hilflos wie ein kleines Mädchen. Wie geht ihr mit Eurer Angst um? Die Bilder und meine häßlichen Träume in der NAcht habe ich schon gelernt zu ertragen. Aber meine Angst vor dem persönlichen allein sein, im Stich gelassen zu werden, entäuscht zu werden und verletzt, macht mir mein Leben zur Hölle. Ich versteh es nicht mehr.
Seneca
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-MIA-



Anmeldungsdatum: 13.08.2008
Beiträge: 96

BeitragVerfasst am: Mo 10.Nov.2008 14:57    Titel: Antworten mit Zitat

hallo seneca,

was meinst du mit "nach fast einem Jahr habe ich mich nun getraut endlich über ein Forum mit jemanden zu reden"?

Ein Jahr seit es dir bewusst ist?
Hast du ein Jahr lang überlegt, ob und wie du mit jemandem darüber reden möchtest?

Ich denke, dass ist keine leichte angelegenheit. ich habe auch mit mir gerungen. ich beschäftige mich auch erst seit mitte diesen jahres bewusst mit meinem missbrauch. hätte mich die zeit zuvor jemand gefragt "bist du als kind sexull missbraucht worden?" ich hätte aus voller überzeugung verneint.

plötzlich schwappt alles über... das wasserglas, das eh schon randvoll war mit problemen, die ich nie nachvollziehen konnte kann die neuen gedanken, gefühle und ängste nicht mehr halten...

ich arbeite sehr intensiv daran, bin diesmal ernsthaft damit beschäftigt die situation in einer psychotherapie zu bearbeiten, habe mich in einer selbsthilfegruppe angemeldet, lese bücher zu dem thema und schau hier ab und an vorbei.

ich habe ein unheimlich großes bedürfnis daran zu arbeiten. das kostet am anfang natürlich viel überwindung, aber es tut gut, es tut mir gut!

du hast nicht alles verloren. du hast alles verloren, wenn du dich aufgibst.
wo stehst du denn jetzt? hast du dir schon einmal gedanken gemacht dir hilfe zu holen oder dich beraten zu lassen?

freue mich auf deine antwort

gruß - mia
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seneca



Anmeldungsdatum: 05.11.2008
Beiträge: 163
Wohnort: Ba Wü

BeitragVerfasst am: Mo 10.Nov.2008 22:45    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo mia, ja seit einem Jahr ungefähr hänge ich mit diesen Bildern da. Dem furchtbaren Gefühl, das alle sitzt mir wie ein Monster im Nacken. Ich weiß nicht wann wieder ein neues Bild dazu kommt oder die Angst mich hindert, normal zu leben. Der Auslöser war wohl eine Beerdigung Er starb vor ca. 2 Jahren. Ab dann ging alles irgendwie daneben. Die Selbstverletzungen wurden extremer. Darüber hatte ich früher nie so nachgedacht, warum ich das als Jugendliche schon machte. War eben so, weil ich auch immer unglücklich war im Elterhaus. Den Missbrauch durch einen Lehrer wollte zuhause keiner wissen und die sexuellen Handlungen eines bekannten Mannes im Urlaub. Es interessierte meine Eltern einfach nicht. ich versuchte das lange zu verdrängen. Aber das was nun dazu kommt ist viel mehr. Bilder die ich noch nicht so richtig zuordnen kann. Es tut mir weh und es macht mich so unsicher. Was kommt noch alles auf mich zu? Das darf doch einfach nicht sein.
Meine Beziehung ging auseinander. So mußte ich das Liebste was ich im Alltag noch hatte hergeben. Meine Tiere. Ich zog aus. Und heute? Ich habe scheinbar nur noch ein kaputtes Leben, mit dem ich Tag täglich fertig werden soll. Äußerlich Fassade halten, aber innerlich immer mehr zerbrechen daran. Kennst Du das? Alle wissen wollen, am besten gleich und das Buch für immer verschliessen. Angst haben und dennoch weiter suchen. Aber auch sich zurück ziehen und vieles, das man einst machte, will man jetzt nicht mehr. Es ist so sinnlos geworden. Sag mir, ist das normal? Seneca
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-MIA-



Anmeldungsdatum: 13.08.2008
Beiträge: 96

BeitragVerfasst am: Di 11.Nov.2008 7:57    Titel: Antworten mit Zitat

hallo seneca,

naja, normal ist das bestimmt nicht... aber ich kenne das auch.
es überfordert mich oft mit freunden zusammen zu sein, verabredungen einzuhalten, ja überhaupt welche zu vereinbaren. termine einzuhalten, überhaupt einen schritt vor die tür zu setzen.

ich ziehe mich auch oft zurück, will am liebsten ganz allein sein.
ich habe oft angst zu essen, zu schlafen, zu leben...
habe panikattacken und schmerzen.

ich will so auch nicht leben, deswegen tu ich etwas dagegen... bleib nicht in diesem loch hängen... du kannst dir hilfe holen. der erste schritt ist schon getan... du hast dein schweigen gebrochen.
_________________
...Was ist mit meinem Willen bloß, machst meinen Willen willenlos... Du bist eis, eiskalt...
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seneca



Anmeldungsdatum: 05.11.2008
Beiträge: 163
Wohnort: Ba Wü

BeitragVerfasst am: Di 11.Nov.2008 11:02    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Mia, ja ich gehe auch nur noch mit einer Person raus. Meiner Freundin. Sie hat mich hier in ihrem Haus auch aufgenommen, als meine Beziehung auseinander ging. Nun bin ich seit Juni hier. Ohne sie wäre ich längst nicht mehr hier. Aber sonst habe ich alle Kontakte abgebrochen. Nur noch telefonisch melde ich mich manchmal bei alten Bekannten, aber das auch nur, wenn es mir besser geht. Tja, was tue ich? Hm, ich habe eigentlich großen Halt bei meiner Freundin gefunden. Sie weiß alles und ich habe zu ihr Vertrauen. Ich esse wieder mehr und habe den Versuch begonnen, mit nicht mehr selbst zu verletzen. Aber das ist oft sehr schwer bis unmöglich, wenn der Druck zu groß wird und ich dann auch noch alleine bin. manchmal haßt man sich selbst dafür, dass man so gar nicht mehr funktioniert. besonders im Job und beim allein sein am Abend und in der Nacht. Das ist für mich fast unlösbar. ich träume viel von meiner Kindheit und möchte deshalb oft schon gar nicht schlafen. Wie geht es Dir in der Nacht Mia? denkst Du auch manchmal, dass man spinnt und das alles doch nicht sein kann? Seit dem Tod des Vaters bin ich bei einer psych. beratungsstelle. Aber ich glaube manchmal, die Therapeutin ist überfordert mit mir. Ich bin ja eigentlich wegen Trauerbewältigung dort hin damals. Doch mit der Zeit hat sich das Bild total geändert. Na ja, gehe jetzt gleich wieder hin. Das ist immer enorm anstrengend, da sie dort nicht alles was ich sagen möchte auch hören wollen. Also läuft es meist nach ihrem Plan ab. Seltsam, oder? Manchmal fühle ich mich nicht ganz ernst genommen. Wie ist das bei Dir?
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-MIA-



Anmeldungsdatum: 13.08.2008
Beiträge: 96

BeitragVerfasst am: Di 11.Nov.2008 19:17    Titel: Antworten mit Zitat

hallo seneca,

in der nacht ist es auch schlimm bei mir. ich träume eher selten von meiner kindheit, aber sehr wirr und intensiv. oft kann ich aber auch gar nicht schlafen. ich habe oft angst schlafen zu gehen, weil ich meistens nachts von panikattacken geweckt werde. die panik löst bei mir auch schmerzen aus und in ganz schlimmen fällen dissoziiere ich und trete weg, falle einfach um.

oft ist es ja auch so, dass man in der nacht probleme hat, weil die übergriffe, zumindest, wenn sie in der familie geschehen zumeist in der nacht stattfinden. das ist bei mir nicht der fall gewesen. es war niemand aus der familie oder dem familiären nahraum. trotzdem habe ich unheimliche probleme mit dem schlafen.

für so einen notfall, wenn mich die panik überfällt und ich auch schmerzen dabei habe, hat mir mein therapeut (er ist auch arzt, das war mir sehr wichtig, damit er mir auch medikamente ausstellen kann) tavor verschrieben. es ist das einzige was mir in solchen situationen hilft.

weißt du, das habe ich selbst festgestellt, der erste therapeut ist nicht immer auch gleich der richtige. wahrscheinlich hat deine therapeutin gar keine erfahrung mit sexuellem missbrauch... bei mir ist das auch lange überhört worden. ich bin gar nicht ernst genommen worden mit meinem eigentlichen problem... ich habe jetzt einen therapeuten mit dem ich im moment auch sehr zufrieden bin. wahrscheinlich wunderst du dich, dass es ein mann ist... ich habe das gefühl mit einer frau noch weniger darüber reden zu können, noch weniger ernst genommen zu werden... das können manche menschen nicht wirklich nachvollziehen, aber das macht ja auch nichts, hauptsache mir tut es gut.

ich habe mich auch um eine selbsthilfegruppe bemüht, um mich mit anderen betroffenen austauschen zu können... es dauert aber noch, bis das losgehen kann. ich habe auch schon ein bisschen bammel, aber die betreuerin der institution von der das initiiert wird meinte, das gehört dazu und verfliegt auch ganz schnell.

also, mit dem ernst nehmen, naja, weißt du, so viele leute wissen nicht von dem missbrauch. ich habe es drei personen erzählt. meinem therapeuten, meinem freund und zuletzt habe ich einer guten freundin einen brief geschrieben... wir haben uns aber noch nicht wieder gesehen, ich bin gespannt auf ihre antwort.

von meinem freund werde ich schon ernst genommen. und mein therapeut macht mir jedesmal erneut bewusst, was mir da eigentlich angetan wurde, er nimmt mich und den missbrauch schon sehr ernst. er hat mir auch schon viele meiner probleme verständlicher gemacht. er spielt nichts herunter, das finde ich gut, er nimmt mich und meine probleme schon sehr ernst.
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seneca



Anmeldungsdatum: 05.11.2008
Beiträge: 163
Wohnort: Ba Wü

BeitragVerfasst am: Di 11.Nov.2008 21:25    Titel: Antworten mit Zitat

hallo mia. du ich versteh das schon, dass du einem mann als therapeuten hast. ist bei mir eben so hingekommen mit einer frau bei der beratung. ja, sicherlich hat sie probleme mit dem thema missbrauch. das hab ich ja selbst noch. ich wills manchmal einfach nicht wahr haben und zweifle an mir. in meinem leben bin ich leider oft in missbrauchssituationen gekommen. heute, wo ich weiß, wann missbrauch anfäng und wo er aufhört, war ich geschockt, wie oft ich übergriffe aller arten erlebt habe. doch ich habe immer das gefühl, es fehlt noch so viel um das puzzle zusammen zu kriegen. ich weiß auch nicht. heute habe ich auch den eindruck gehabt meine therap. hat keine lust mehr, da ich ihr und das thema zu hoch sind. wie bist du denn zu deinem therapeut gekommen? es kommen eben immer wieder neue dinge dazu im alltag, die einen plötzlich überrollen. das macht mich manchmal so fertig, weil ich mich selbst nicht mehr verstehe und meine reaktionen dazu.
ich glaube ich möchte nie wieder einen mann berühren müßen. ich hab zuviel erdulden müßen durch sie. meine letzte beziehung war zwar sexuell sanft, aber er wollte nicht verstehen, dass plötzlich dinge auftauchten mit denen ich nicht fertig wurde. er wurde immer kälter und ich immer verletzbarer, weil er mir die schuld gab. reden mit einem mann über das thema hab ich noch nicht versucht. ich weiß nicht. manchmal will ich alles wissen und sagen und im nächsten moment bin ich so ängstlich, das nichts mehr geht. leider geht es wohl auch mit der jetzigen beratung nicht mehr lange. ich weiß zur zeit eigentlich gar nicht mehr, was noch kommt oder geht. die tage, die bilder, die nächte und die träume. meine gefühle, die gerüche----alles kann zuviel werden. echt zum durchdrehen manchmal. leider habe ich hier so gar keine möglichkeit mehr. meine ärztin hat mich ja ziemlich versetzt. hast du lange nach dem richtigen gesucht? lebst du in einer großen stadt? ich glaube, je nach dem wo man wohnt hat man eben mehr auswahl für die besonderen bereiche. lg seneca
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-MIA-



Anmeldungsdatum: 13.08.2008
Beiträge: 96

BeitragVerfasst am: Mi 12.Nov.2008 19:36    Titel: Antworten mit Zitat

also, erstmal muss man ja eher das nehmen, was man bekommt... die große auswahl hatte ich leider nicht... viele therapeuten haben mich nichtmal zurückgerufen, um zu sagen, dass sie keinen platz für mich frei haben. ich habe meinen therapeuten übers internet gefunden... aber vielleicht versuchst du es einfach mal über die krankenkasse... die können dir eine liste aushändigen.

dann musst du dir zusätzlich überlegen, was du möchtest... an der aktuellen situation und deinem verhalten arbeiten oder herausfinden wie es zu deinem jetzigen verhalten gekommen ist und warum du manchmal so oder so bist.

ersteres wäre dann die verhaltenstherapie, letzteres die psychoanalyse.
das sind auch die beiden therapiearten, die von der kk übernommen werden. alles andere müsstest du selbst zahlen.

ich mache psychoanalyse. ich denke, beides hat seine vor- und nachteile. mein therapuet ist gleichzeitig arzt... das war mir wichtig, damit er mir auch medikamente ausstellen kann... er ist die erste person, die erkannt hat, woher meine unheimlichen schmerzen kommen. ich war schon bei vielen ärzten, psychologen, psychiatern, internisten und und und. keiner konnte mir helfen. ich habe ein wirklich gutes gefühl bei ihm. ich wünsche dir, dass du auch jemanden findest, von dem du das sagen kannst.
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seneca



Anmeldungsdatum: 05.11.2008
Beiträge: 163
Wohnort: Ba Wü

BeitragVerfasst am: Do 13.Nov.2008 21:21    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Mia
Hm, ich glaube da wäre schon der erste Haken für mich. Ich würde wohl nie bei meiner Krankenkasse deshalb nachfrage, da man ja nicht erkannt werden will. Zumal dort auch eine Familienangehörige arbeitet. Ich könnte es nicht ertragen, wenn hinter meinem Rücken dann in der Stadt geredet wird. Von diesem Thema wissen ja nur meine jetzige Therapeutin und meine Freundin. Manchmal meine ich ja schon im Geschäft ist etwas bekannt weil sie manchmal so komisch schauen wenn ich komme oder plötzlich so zuckersüß werden. das war früher nicht so. es gabe da auch einen Grund warum das so sein könnte. Tja, ich warte ja schon auf den Tag X wo sie mich etwas fragen werden. Ich weiß, ich sollte schon suchen und auch finden. Aber ich kann einfach nicht persönlich irgendwo hinstehen und sagen ich brauche eine Therapie wegen.........
Verstehst Du? Manchmal weiß man nicht weiter. Aber irgendwie muß es weiter gehen, denn ich muß damit leben können. Hast Du Dich manchmal auch gefragt war man uns Überlebende nennt? ICH HABE NICHT ÜBERLEBT. ICH HABE LEBENSLÄNGLICH BEKOMMEN!
Lg seneca
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-MIA-



Anmeldungsdatum: 13.08.2008
Beiträge: 96

BeitragVerfasst am: Fr 14.Nov.2008 20:35    Titel: Antworten mit Zitat

hi seneca,

ja, überlebende, das find ich für mich persönlich auch nicht so passend.
hm, das ist verzwickt mit deiner situation.

aber dass du in therapie bist, das wissen doch schon mehrere personen oder? wenn dich jemand fragt, dann sagst du ihnen, es sei dein bekanntes problem, nur dass du mit deiner therapeutin nicht mehr so gut klarkommst.

die, die in der kk arbeiten, die erfahren nicht worum es in der therapie genau geht. das hat mir mein therapeut mal erklärt. das läuft schon sehr geschützt und anonym ab... aber da könntest du deinen therapeuten oder deine therapeutin auch nochmal danach fragen, bevor du die therapie beginnst.

das problem ist ja eher, dass du nicht zu einem therapeuten gehen magst, dem du den wahren grund nennen musst...

das hab ich auch nicht so gemacht... ich war mir dem problem aber auch nicht so sehr bewusst. ich habe unzählige therapiestunden damit verbracht über nebensächlichkeiten zu srechen... bis ich dann irgendwann mal meinene mut zusammengenommen habe und einen kleinen stein geworfen hab... und... der kam an.

ich rede in meiner therapie nicht ausschließlich über den missbrauch... aber über viele probleme, die daraus entstanden sind... so könntest du vielleicht auch anfangen. mit deinen aktuellen problemen.

du bestimmst worum es in der therapie geht.
vielleicht brauchst du einfach ein bisschen zeit, um dir klar zu werden, was du wirklich möchtest... vielleicht brauchst du auch einfach mal komplett abstand von diesem thema... manchmal ist das auc nicht verkehrt... mein therapeut sagt mir oft, ich denke viel zu viel darüber nach... ich muss auch mal versuchen mich auf das jetzige leben zu konzentrieren, im jetzt leben, nicht in aussichten oder rückblicken. das ist schwer, die balance zu finden, aber ich glaube, du stehst gar nicht so weit am anfang... du hast schon große schritte getan Wink
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seneca



Anmeldungsdatum: 05.11.2008
Beiträge: 163
Wohnort: Ba Wü

BeitragVerfasst am: Mo 17.Nov.2008 18:40    Titel: Antworten mit Zitat

hallo mia, tja, abstand bekommen von einem thema, das er mir keine ruhe läßt ist schwer. selbst wenn man sich gar nicht damit befassen will, kommen oft erinnerungen die ein wegdenken gar nicht zulassen. und manchmal ist es auch zu wenig, um damit was anfangen zu können. dann zweifel ich immer an mir selbst und man hält sich eher für verrückt. es ist manchmal sehr schwer auch die eigenen phasen zu ertragen, wo man einfach immer nur weinen könnte und innerlich angst verspürt. obwohl äußerlich kein Grund dafür zu sehen ist. ich denke, es liegt bei mir auch an der zeit jetzt. die vorweihnachtszeit und die Feste waren für mich als kind immer etwas ganz wichtiges. es war meine kleine glitzerwelt mit sternchen, glaskugeln, harmonie und lieben menschen. ich habe immer gehofft und geglaubt daran. doch jetzt habe ich angst, dass in diesem jahr alles umgedreht sein wird. dass ich vielleicht schlimmes erkenne. alles andere als liebe menschen und nur schöne zeiten. das letzte weihnachten lehnte ich weihnachten so sehr schon ab, weil mein damaliger partner mir vorwarf kindisch zu sein. weihnachten? was soll das denn? der baum? viel zu teuer? ein geschenk? mir brauchst du nichts zu schenken. wir sind keine kinder mehr. solche dinge hörte ich. mehr nicht. zum ersten mal kaufte ich keine tanne. dekorierte nichts auch wenn mein herz weinte. machte keine plätzchen und verbrachte die gesamten weihnachtstage alleine auf irgendwelchen parkplätzen im auto. es war kalt und ich weinte viel. da war ich also. hatte niemanden wo ich hin konnte. hatte nicht einmal mehr schöne erinnerungen an die kindheit. ich war endlos traurig. und jetzt? habe ich angst was noch kommen kann. wie es dieses jahr wird. ich suche wie ein kind nach schönen erinnerungen und weiß als erwachsene, dass es das nie wieder so geben kann. verstehst du? und so ist es in vielen bereichen. so vergeht tag für tag mit gedanken und eindrücken. fragen an mich selbst und an das NICHTS. Es hört einfach nie auf. selbst die nacht läßt mir keine ruhe. warum kann man sich nicht einfach ausschalten wie den pc? warum kann man alte bilder nicht löschen?
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-MIA-



Anmeldungsdatum: 13.08.2008
Beiträge: 96

BeitragVerfasst am: Mo 17.Nov.2008 18:55    Titel: Antworten mit Zitat

hallo seneca,

ja, ich weiß selbst wie schwer das ist abzuschalten... heute nacht konnte ich auch wieder nicht schlafen... und ich weiß nicht warum. also, ich weiß schon warum, aber was genau war der auslöser... vielleicht habe ich versucht meine gefühle zu unterdrücken? seit tagen schlage ich mich mit magenkrämpfen rum... kann nur bestimmte dinge essen... jeder hat so seine eigenen speziellen probleme.

mit abschlaten meinte ich nicht, dass du gar nicht mehr darüber nachdenken sollst... das geht ja sowieso nicht... aber such dir eine beschäftigung, die dir die zeit nimmt zu viel darüber nachzudenken. mir tut es manchmal ganz gut schwimmen zu gehen... gönn dir mal was.

weißt du, vielleicht ist weihnachten bisher deine beschäftigung gewesen (zumindest in der winterzeit), die dir zeit gelassen hat an andere und schöne dinge zu denken.

warum machst du es nicht einfach wieder so, wie die jahre vor dem letzten weihnachten. das was dein partner da gesagt hat ist wirlich (entschuldigung) dumm! er hat gar nicht verstanden, dass dir das und warum dir das so wichtig ist. wahrscheinlich kannte er dich einfach noch nicht gut genug...

was backst du denn immer so zu weihnachten?
ich verschenke auch gerne mal selbstgebackene lebkuchenhäuschen an meine nachbarskinder... mit ein bisschen naschkram dabei zum selbst verzieren... kommt immer gut an...
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seneca



Anmeldungsdatum: 05.11.2008
Beiträge: 163
Wohnort: Ba Wü

BeitragVerfasst am: Di 18.Nov.2008 11:38    Titel: Antworten mit Zitat

hallo mia, weißt du, weihnachten war eben nicht immer nur schön, wie auch meine kindheit nicht. ich habe mich in das spiel mit der puppenstube geflüchtet. hatte meine püppchen liebevoll versorg und ins bett gebracht. hatte das gemacht in meinem spiel, was mir in meiner kinderzeit fehlte. und ich weiß heute, bzw. ahne es noch, dass da noch mehr passiert war, als ich bis jetzt wußte. weihnachten war mein trost, meine illusion, etwas zu verdecken, was nie ganz vergessen werden konnte. in der puppenstube hatte ich auch ein püppchen, das ich immer vom spiel ausschloss weil es dicker war als die anderen. Ich mochte es nicht dabei haben. seltsam, das fällt mir jetzt wieder ein, wo ich hier mit dir rede. obwohl ich nie wirklich dick war, empfand ich mich für meine eltern immer viel zu dick. nicht schön genug, dass sie mich lieben konnten. mutter sagte mir, dass ich ihr leben versaut hätte mit meiner geburt. das traf mich sehr damals, obwohl ich immer schon spürte, dass sie mich nicht wollte. vor einem jahr dann bekam ich alte tagebücher von mir in die hand. darin war so deutlich, wie groß der haß zwischen mutter und mir war als ich älter wurde. aber auch wie groß meine enttäuschung, niemals die eltern gehabt zu haben, wie sie freundinen hatten. meine illusion weihnachten kann so nicht mehr existieren. vielleicht lehne ich nun deshalb auch den gedanken ans backen ab. ich weiß nicht. früher machte ich gerne spitzbuben und haselnusshäufchen und natürlich zimtsterne. aber nach wie vor fühle ich mich immer zu dick. ich esse zwar wieder mehr, aber bin ständig am kontrollieren. machst du das auch? mein magen ist die letzten tage auch nicht gut drauf. das betrifft bei mir meist den ganzen bauchraum. dann frage ich mich schon, warum und was ich noch essen soll. ein kreislauf eben. stimmts? lg seneca
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-MIA-



Anmeldungsdatum: 13.08.2008
Beiträge: 96

BeitragVerfasst am: Di 18.Nov.2008 17:03    Titel: Antworten mit Zitat

also, zu der sache mit dem essen... das mache ich nicht, ich kontrolliere das nicht. ich habe auch keine wirkliche essstörung. bei mir ist es eher so, dass alles was mir lust und freude macht schlecht ist. lust ist schlecht, auch lebenslust. das läuft aber mehr unbewusst ab... ich spüre dann nur, ich kann nicht essen oder nur suppe oder nur trockenes brot...

das mit deinen eltern habe ich auch so erlebt. ich habe mich nie gut genug gefühlt... und ich war auch nie gut genug. allerdings ist das bei mir eine andere geschichte als bei dir. meine mutter wollte mich schon, aber sie konnte mir nie das geben, was ich gebraucht habe... das hat sie alles in meinen bruder investiert... ich musste immer das ausgleichen, was mein bruder nicht konnte. ich musste das wettmachen.

sexueller missbrauch geschieht im allgemeinen EHER kindern, die einen mangel an zuwendung erfahren.

das war quasi der grundstein für meinen missbrauch.
ich habe so sehr nach liebe und zuwendung gebettelt, dass es ein leichtes war mich in so etwas zu verwickeln.

entschuldigung, wenn die frage zu persönlich ist. du musst auch nur darauf antworten, wenn es ok für dich ist.
hat dein missbrauch in der familie stattgefunden?
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seneca



Anmeldungsdatum: 05.11.2008
Beiträge: 163
Wohnort: Ba Wü

BeitragVerfasst am: Di 18.Nov.2008 19:27    Titel: Antworten mit Zitat

hallo mia, heute weiß ich nur so viel. den bewussten missbrauch durch einen lehrer damals und durch einen typen im urlaub. doch was in meiner familie damals alles noch schief ging weiß ich nur schemenhaft. ich habe zwar erinnerungen aber sehe keine gesichter dazu. ich ahne, dass mein vater viel geschwiegen hat, kann es aber nicht akzeptieren, dass er es gewesen ist. mutter habe ich viel vorzuwerfen (ihrem vater und ihrem bruder). bei den letzteren bin ich aber noch nicht so weit. es kommt immer wieder was, aber es ist wie wenn man ein puzzlebild von außen anfängt. im kern ist das erkennen und da bin ich noch nicht. wäre ich nur schon weiter. das macht einen fast verrückt, weil man nur am grübeln ist. heute ist mir zwar vieles klar, warum ich was als kind und jugendliche gemacht habe mit mir, aber mir fehlt eben das gesicht dazu. berührungen, ängste weiß ich genug. worte, die ich ertragen mußte. wie lange ist eigentlich ein missbrauch noch ein missbrauch? wann ist man zu alt dafür? wann ist man quasi selbst schuld was man durch s** erduldet? hast du dich das schon mal gefragt? seneca
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